Berner Cup: FC Grosshöchstetten-Schlosswil vs AS Italiana 1:2 (n.V)

7. Mai 2015

Ehre dem Gegner!

Nachdem man letzten Samstag mit einer guten Leistung den FC Herzogenbuchsee nach Hause schickte, war an diesem Mittwochabend die Equipe von Matteo Galiffa nicht wiedererkennbar. Lustlos trudelte man auf dem Platz herum und egoistisch trug man den Ball zu lang. Die Fehlerquote war stets hoch, was danach auch ausschlaggebend für den Spielverlauf war. Aufgrund des Cup-Spiels versuchte das Trainerduo das Rotationsprinzip anzuwenden. So gab es in der Startformation einige Comebacks. Brasileiro Alaor, Zauberer Mili und Ferientechniker Luca konnten gleich von Anfang an ran. Weiter war das Mittelfeld durch Weisshaar Da Costa und Jüngling Castello sowie Flügelflitzer Mimmo und Graber zusammengestellt. Vorne wie üblich Sturmspitze Pasquale.

Reguläre Spielzeit – starke Leistung des FCGS
Die Stadtberner starteten eigentlich gut in die erste Hälfte. Schnell wurde die Heimmannschaft unter Druck gesetzt und das Spiel auf die Flügel verlagert. So entstand auch das erste Tor. In der 20 Minute lancierte Mili, der trotz mehr Pfunden seine Genauigkeit und Spielübersicht nicht verloren hat, Graber in die Tiefe. Der Kabinenclown verwertete konsequent mit einem Lüpfer über den Torwart Rumpf. Das war’s für Italiana. Nach dem Führungstreffer kam vom Zweitligisten nichts mehr. Der Klassenunterschied versank im unebenen Terrain und die Gäste tankten Selbstvertrauen. Frech und kämpferisch avancierten sie nach vorne und souverän wie auch routiniert schaltete man das Angriffstrio Mimmo, Graber und Pasquale aus. Die Italoberner hätten am liebsten bereits alles eingepackt und sich mit einem Bier vor den TV gesetzt. Nicht aber das Team angeführt von Captain Hirschi. Kurz vor der Pause verdiente sich die Mannschaft auch den Ausgleich. Nach einem Foul im Sechzehner zeigte der Unparteiische direkt auf den Elfmeterpunkt. Dieser wurde von Mittelfeldspieler Cuccu eiskalt verwandelt.

Tja, was will man noch sagen. Trainer Galiffa war alles andere als zufrieden mit seiner Mannschaft. Dies war wiedermal einer dieser Momente an welchem man die Pause lieber in der Kabine des Gegners verbringen wollte. Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt. Italiana weiterhin lustlos auf dem Platz und die FCGS-Spieler, welche eine Chance nach der anderen vergeigten. Neunzig Minuten waren vorbei und man ging in die Verlängerung.

Verlängerung – Unser Glück, ihr Pech mit einer lobenswerten Fairness Geste
Wie man die reguläre Spielzeit beendet hatte, ging es hier in der Verlängerung weiter. Man kann wirklich von Glück reden, dass die Heimmannschaft nicht die beste Chancenverwertung erwischt hat. Hager, Herrmann, Zürcher und Sümer jeder Scheiterte knapp am Führungstreffer. Es lief die 105te Minute. Ein „Höchi“-Spieler wurde in der Nähe des Strafraumes zu Fall gebracht. Für den Unparteiischen erneut klarer Elfmeter. Oder etwa nicht? Was nun in dieser Minute geschah war ein grosser Akt von Fairness, Charakter und Ehrlichkeit. Der gutgebaute Innenverteidiger der Heimmannschaft Nicolas Bickel lief zum Schiedsrichter und klärte ihn auf, dass das Foul ausserhalb des „Sechzehners“ stattgefunden hat. Er liess alle Akteure mit offenem Mund. Ich persönlich hoffe, dass an diesem Mittwochabend einer vom Fussballverband anwesend war um ihm den Fairnesspreis zu verleihen. Grosses Lob geht heute an ihn! Zurück zum Spiel. Es schien, als nur das Elfmeterschiessen die Entscheidung bringen würde. Doch DJ Francisco hatte hier noch etwas mitzureden. Mit einem satten flachen Schuss in die rechte Ecke erlöste er die Italoberner und boxte sie eine Runde weiter! Grazie Francesco, salvatore della patria…

*Kopfschüttel*… Ich kritisiere nicht die Leistung sondern das Auftreten der Gäste. Dieses hochnäsige Getue war eine Schande für den Stadtverein. Ganz klar die Heimmannschaft hätte den Sieg bereits in der regulären Spielzeit verdient, wenn da nicht die Glanzparaden von Bascunana waren. FCGS Trainer Bat kann mächtig Stolz auf seine Jungs sein und Trainer Galiffa müsste einigen Akteuren die Ohren lang ziehen. Nichts desto trotz Italiana ist weiter und so steht es auf dem Papier. Nun braucht es jedoch eine grosse Reaktion. Zuerst im Training am Freitag und danach am Samstag im Derby gegen den FC Köniz. Dieser benötigt sicherlich nicht zehn Chancen um einen Treffer zu landen. Da ist eine kämpferische und konzentrierte Leistung verlangt! Ich bin überzeugt, dass die Italoberner am kommenden Spieltag ihr wahres Gesicht wieder aufsetzen!

Ragazzi, noi siamo l’AS Italiana. Combattere è nel nostro DNA… vincere è il nostro scopo! Avanti, insieme… fino alla fine. Forza ASI!

Alessandro Pizzoferrato

Telegramm

FC Grosshöchstetten-Schlosswil – AS Italiana 1:2 (Graber, Raso)

AS Italiana: J. Bascunana; L. De Giorgi, S. De Giuseppe, S. Butscher, A. Pereira Souza (60’ A. Barros Nunes); M. Seferaj (60’ E. Abatiello); D. Cupi (95’ F. Raso), F. Castello, J. Da Costa, M. Graber; P. Cupi

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